Service-Siegel? Geschenkt! Downloaden und freuen.
Oft bleibt nach einem Auftrag allerlei Kram übrig: Layoutmuster, Buttons oder andere Elemente, bei denen man immer denkt: «Das kann ich nochmal gebrauchen, lösch ich mal lieber nicht» Die Chance, dass man sowas allerdings wieder aus dem Archiv zieht, ist gering. Oft ist es ja wirklich individuelles Material, unbrauchbar für jedes andere Projekt. Aber heute stolperte ich über ein Service-Siegel, dass es so nie in ein Kundenprodukt geschafft hat und zu Schade dafür ist, um es auf der Platte verkümmern zu lassen. Darum stelle ich das hier mal gratis zum Download rein.
Das Archiv und deren Inhalte unterliegen der Creative Commons Lizenz (Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported) und neben zwei PDF-Dateien (mit und ohne Hintergrund) habe ich noch die InDesign-Datei (CS6) dazugepackt. Die in dem Siegel verwendeten Fonts habe ich durch Freefonts (League Gothic und Arvo) ersetzt. Die kann man benutzen oder seine eigene Wunschschrift.
Download des ZIP-Archivs hier (1MB)
Wer Gefallen an dem Siegel findet und es vielleicht sogar nutzt, der kann liken, plussen, flattern, teilen oder freut sich einfach still und leise für sich.
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Neulich bei LVZ Online
Es gab mal eine Zeit, da wollten Tageszeitungen einfach nur Nachrichten verkaufen. Später sahen Kaufleute die verteilte Zeitung als interessantes Medium, um ihre Waren bekannt zu machen und so entstanden die Werbeanzeigen. Im Laufe der Zeit nahm das so überhand, dass ganze Anzeigenfriedhöfe die redaktionelle Berichterstattung als Kern einer Tageszeitung mehr und mehr umschlossen und teilweise verdrängten. Auf den Online-Portalen ist das beinahe noch schlimmer…
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Warum Kontodaten und Steuernummer nicht auf der Web-Seite auftauchen sollten
Für gemeinnützige Vereine, Organisationen oder Web-Seiten ist der Gedanke verlockend, seine Kontodaten für Spenden online verfügbar zu machen. Dass so etwas nach hinten losgehen kann, zeigt ein aktueller Fall eines von mir betreuten Kunden, der in gutem Glauben seine Spendenkontoverbindung auf der Webseite angab.
Eine ganze Weile ging es gut, bis die Kontoverbindung von einem Dritten für eine Online-Bestellung bei einem Versandunternehmen missbraucht wurde. Als Rechnungsadresse gab der Gauner die meines Kunden an; als Lieferanschrift diente ein temporärer Briefkasten. Der Schaden hielt sich mit rund einhundert Euro zwar noch in Grenzen, muss aber vom betroffenen Unternehmen wohl als Lehrgeld verbucht werden. Trotz kooperativer Hilfe des Versandhändlers bleibt nur eine Strafanzeige ohne große Erfolgsaussichten.
Als zweiter Fauxpas entpuppt sich eine im Impressum einer Web-Seite veröffentlichte Steuernummer. Laut Telemediengesetz sind Unternehmen zwar verpflichtet, Ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (oder Wirtschafts-Identifikationsnnumer) im Impressum anzugeben. Besitzt ein Unternehmen jedoch keine dieser Nummern, muss auch nichts dergleichen im Impressum veröffentlicht werden. Auch nicht die reguläre Steuernnummer. Imgrunde hält sich der Missbrauch zwar in Grenzen, mit einer kleinen Recherche erfährt man jedoch schnell das zuständige Finanzamt und kann mit dieser individuellen Nummer durchaus an sensible Daten des Unternehmens gelangen.
Darum jetzt lieber mal die Minute Zeit nehmen und prüfen, ob die eigene Kontoverbindung oder Steuernummer im Impressum des eigenen Unternehmens aufgeführt sind. Und falls ja: sofort löschen.
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8 zeitlose Gratis-Fonts
Gerade bei kleinen Aufträgen ohne großes Budget sind sie willkommen: Gratis-Fonts. In den Jahren kamen zu den experimentellen Schriften jede Menge Typen hinzu, die nicht nur auf Plakaten, Postern und Flyern, sondern selbst im Mengensatz eine gute Figur machen. Hier mal eine kleine kommentarlose Auswahl meiner Favoriten und paar fix zusammengesteckte Layoutbeispiele dazu.
Name: League Gothic
Schrift-Designer: Micah Rich, Caroline Hadilakosono, Tyler Finck
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Name: Arvo
Schrift-Designer: Anton Koovit
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Name: Open Sans
Schrift-Designer: Steve Matteson
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Name: Lobster
Schrift-Designer: Pablo Impallari
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Name: Source™ Sans Pro
Schrift-Designer: Paul D. Hunt für Adobe
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Name: Sohoma
Schrift-Designer: Humberto Gregorio
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Name: Marvel
Schrift-Designer: Carolina Trebol
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Name: Day Roman
Schrift-Designer: Apostrophe
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Alle Abhängigen zur Kasse: Facebook zeigt seine Macht und beschränkt Veranstaltungen
Als Facebook jenseits des großes Teichs MySpace plattmachte, langsam in Deutschland fußte und das zu einem Zeitpunkt, als sich hier alle noch vehement an die VZ-Netzwerke klammerten, war klar, dass das blaue Knuddelmonster nicht mehr aufzuhalten war. Bald war es soweit und sobald man mal nicht hinschaute, zeigte der Netzwerk-Riese seine wahre Fratze; verwandelte sich aber immer rechtzeitig wieder zum plüschig knuddeligen Sulley der Monster AG.
Dabei waren es nicht die Datenschutzeinstellungen oder wie und wo Facebook die gesammelten Informationen verwendet. Das ist Kindergarten. Jeder weiß, dass eine Maschine, die man mit Daten füttert, diese auch auswertet und benutzt. Das trickreiche an Facebooks Vormachtstellung im Social-Media-Bereich ist die Abhängigkeit, die es geschaffen hat. Dabei spreche ich nicht von Privatnutzern, sondern von Unternehmen.
Denn diese sprangen mit glänzend aufgerissenen Augen auf den blauen Waggon Richtung Marketingmacht und Viralität. Nachvollziehbar ein wichtiger zwingender Schritt für Unternehmen. Eine Firma ohne eigene Facebook-Landing-Page exisitiert nicht. Schon allein des Eincheckens wegen erscheint ein Firmen-Profil sinnvoll.
Der Haken zeigte sich schnell. Denn viele Unternehmen schlugen alle Ratschläge in den Wind, setzen zu einhundert Prozent auf ihren Facebook-Auftritt und vernachlässigen ihre anderen Kanäle. Allen voran die eigene Web-Seite. Ein großer Fehler, wie sich mit der Zeit zeigte: Facebook reglementierte die Reichweite der eigenen Statusmeldungen. Nur knapp 25 Prozent der Fans bekamen die zu sehen. Wer mehr Aufmerksamkeit wollte, muss in seinen Geldbeutel greifen. Bei tausenden von Fans kein günstiges Unterfangen.
Jetzt kündigt Facebook den Veranstaltern die Freundschaft. Veranstaltungen konnten (wie auch damals bei MySpace) erstellt werden und Freunde eingeladen, die zusagen, absagen oder wiederum selbst Freunde einladen konnten. Das Netzwerk war ideal, um große Veranstaltungen zu promoten und ersetzte mit schöner Kontinuität die anderen Werbekanäle: weniger Onlinewerbung in Partyportalen, weniger Flyerwurf, weniger Plakate…
Facebook schiebt dem jetzt einen Riegel vor. Mit der Begründung, dass diese Veranstaltungsfunktion nur privaten Profilen vorbehalten war. Jetzt können nur maximal 100 Gäste in Folge von einem Profil aus eingeladen werden. Sobald mehr als 300 Gäste die Einladung unbeantwortet lassen, ist Schluss mit den Invites. Unbegrenzte Einladungen sind damit zwar weiterhin möglich, nur ist das bekanntermaßen in der Praxis schwer umzusetzen. Damit dürfte vielen Veranstaltern die Existenzgrundlage entzogen werden. Alte Werbekanäle zu reaktivieren, wird schwer, aufwendig und kostenintensiv.
Doch keine Angst. Facebook wird nicht lange auf sich warten lassen und mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit eine neue Funktion für öffentliche Veranstaltungen freischalten, mittels der wieder mehr als 300 Gäste eingeladen werden dürfen. Und diese Möglichkeit wird sich das kalifornische Unternehmen abgerechnet nach Menge der eingeladenen Gäste schön vom Veranstalter vergolden lassen.
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Wie man die E-Mail richtig benutzt (1)
Vor einigen Jahren hätte ich es noch als sinnlos empfunden, über die Funktion von E-Mail zu schreiben: Wie man sie so benutzt, dass Absender und Empfänger gleichermaßen Nutzen daraus ziehen. Doch mittlerweile wird die ehemals als Briefersatz heraufbeschworene E-Mail verwendet wie ein Messenger. Die Bedeutung der vielen Felder sowie die Art und Weise einer Mailkommunikation sind vergessen. Eine Auffrischung plus Tipps:
Der Betreff
Täglich erhalte ich mindestens eine Mail ohne Betreffzeile. Das ist jetzt nicht weiter wild. Jedes Mailprogramm erkennt mittlerweile Kontakte und wirft nur unbekannte Abender in den Spam-Ordner. Damit man dort nicht landet, ist ein Betreff sinnvoll. Wenn er dann noch eindeutig anreißt, um was sich der Inhalt der E-Mail dreht, desto besser.
An, CC und BCC?
Die Empfängerzeilen der E-Mail sind das am meisten missverstandene Element des E-Mail-Verfassen-Fensters. Dabei ist es simpel und kann bei richtiger Anwendung (und Deutung) die Kommunikation effektiver gestalten.
In das Feld An: werden all die Mailadressen eingetragen, von denen eine direkte Reaktion auf den Nachrichteninhalt erwartet wird. Übersteigt die Empfängerzahl im An:-Feld die zehn, sollte man nochmal genau überlegen. Will man wirklich von jedem eine Antwort? Möchte wirklich jeder Beteiligte, dass seine Mailadresse für alle anderen sichtbar ist? Im Zweifelsfall sollten die Mails aufgeteilt werden und einige Empfänger persönlich angeschrieben.
In das Feld CC: werden die Empfänger eingetragen, die über den Inhalt der E-Mail informiert werden sollen, von denen aber keine direkte Reaktion auf den Inhalt erwartet wird. Auch hier sollte bedacht werden: Möchte wirklich jeder Beteiligte, dass seine Mailadresse für alle anderen sichtbar ist?
In das Feld BCC: werden letztlich die Empfänger eingetragen, die über den Inhalt der E-Mail informiert werden sollen, von denen aber keine direkte Reaktion auf den Inhalt erwartet wird UND die für den Rest der an der Konversation Beteiligten nicht erkennbar sein sollen.
Eine Ausnahme dürften Rundmails sein. Hier haben im An- und CC-Feld die Mailadressen nichts zu suchen. Generell sollte bei mehr als zehn Empfängern immer mitgedacht werden, ob die Mail wirklich für jeden Betreffenden relevant ist. Ein bisschen Introvertiertheit tut manchmal auch ganz gut.
Wie schnell antwortet man?
Ein großer Fehler ist das späte Antworten auf E-Mails. Die Empfangsbestätigung nutzt niemand gern und so sitzt der Absender auf heißen Kohlen, ob denn nun die in seinen Augen wichtige Mail angekommen ist und wann sie bearbeitet wird. Auch wenn man die hinter den Mails steckende Arbeit der Dringlichkeit nach abarbeitet, ist es hilfreich, in einem gewissen Zeitfenster auf eingehende Mails zu antworten.
Ich persönlich checke zwischen 9 und 17 Uhr ungefähr stündlich meine Mails. Einfach um auch während der Arbeit nicht abgelenkt zu werden. Wichtige Mails beantworte ich sofort und auch Mails die in meinen Augen noch Zeit haben, erhalten eine kurze Antwort mit Bestätigung des Empfangs und wann mit einer Bearbeitung des Inhalts zu rechnen ist. Das beruhigt nicht nur den Absender, sondern schafft auch Vertrauen. Anrufe wie “Ich habe Ihnen gerade eine Mail geschickt.” gehen mit diesem Verfahren nahezu auf null zurück.
Tipp 1 – Betreff bei Antworten numerieren
Normalerweise antwortet man auf eine E-Mail und im Betreff erscheint automatisch ein Re: (oder AW:) vor der Zeile. Soweit so praktisch. Pongt die Konversation zwischen den beiden Gesprächspartnern nun eine Weile hin- und her, wird es unübersichtlich. Stilblütige Betreffzeilen wie beispielsweise «AW: Re: Re: AW: Fwd: Re: AW: Anfrage wegen Auftritt» sind da noch harmlos.
Mittels der Threadsysteme in den Mailprogrammen kann man solche Konversationsbäume einigermaßen überblicken, bei einem Posteingang jenseits der 50 Mails greift man aber lieber wieder auf die nach Eingangs-Datum sortierte Ansicht zurück.
Um hier den Überblick zu wahren, habe ich mir angewöhnt, ab der zweiten Antwort eine Klammer hinter das erste Re: zu setzen und dort die Zahl der Antworten zu vermerken. Ein «Re: (3) Anfrage wegen Auftritt», sieht deutlich aufgeräumter aus und man kann bereits optisch unterscheiden, wo man gerade steht.
Tipp 2 – Mailarchiv leicht gemacht
Ein sinnvolles Archiv aller E-Mails ist nahezu unmöglich. Man stopft Ordner voll, sortiert und spätestens nach ein paar Jahren steht man einem undurchdringlichen Chaos an elektronischer Post gegenüber. Ich habe mir ein einfaches und sehr effektives Archivsystem ersonnen. Vielleicht ist es ja für den einen oder anderen ebenso zweckmäßig.
Ich archiviere nur die Gesendet-Ordner im Vierteljahrstakt. Der Hintergrund ist simpel: Jede Mail, die wichtig ist, beantworte ich auch. Das bedeutet, ich bestätige den Empfang der Daten oder antworte auf den Inhalt. Solche Mails landen automatisch im Gesendet-Ordner, inklusive Originaltext und ohne proppere Anhänge. Gemeinsam mit meinen verfassten Nachrichten habe ich damit eine chronologisch geordnete Sammlung der wichtigsten Kommunikationen, die ich nach vier Monaten in einen extra lokalen Ordner auslagere. E-Mails, die ich nicht beantworte, sind meistens so irrelevant, dass eine Archivierung sich nicht lohnt. Natürlich pflege ich darüber hinaus noch ein paar andere projekt- oder themenbezogene Ordner. Durch die Methode des Gesendet-Archivs sind die aber beileibe nicht so zugestopft.
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Facebook Facebook Facebook Facebook
Nutzer verbindet mit dem blauen Social-Riesen eine gewisse Hassliebe. So richtig viel los ist in der Bude nicht mehr, man wird von Fremdwerbung oder Eigenprojekten seiner Kontaktliste bombardiert und echtes handfestes In-Verbindung-bleiben spielt sich fast nur noch im Nachrichten-Bereich ab. Der Output auf den Profilen sinkt, trotzdem wird das Netzwerk täglich ausschweifend genutzt. Und genau das macht Facebook für Unternehmen jeden Tag interessanter.
Content, der nicht mit hunderten anderen Einträgen in der Timeline konkurrieren muss und die Funktion, dass kommentierte und gelikte Fotos/Beiträge immer öfter auch in der Timeline der Kontakte des Kommentators auftauchen, trifft immer. Und mal ehrlich. Facebook-Nutzer wissen, wie es läuft: In der Bahn nochmal schnell das Smartphone gezückt und die Timeline gecheckt. Während der Arbeit schielt man auch dauernd auf seinen Status und abends vorm TV wird via Tablet im Netzwerk geforstet. Den Output seiner gelikten Seiten nimmt man dabei wahr; auch wenn man schnell rüberscrollt.
Darum ist ein Facebook-Auftritt Pflicht – egal welchen Unternehmens. Doch das genügt nicht. Eine wichtige Aufgabe ist die Pflege und das regelmäßige Einstellen von Inhalten. Erst ab rund drei (selbstverständlich unterschiedlichen) Statusmeldungen pro Tag kann man sicher sein, dass der Facebook-Algorhythmus jeden Fan/Follower berücksichtigt. Jeder sieht nicht alles, aber immerhin etwas. Das bloße Anpreisen von Waren und Dienstleistungen verführt die Fans jedoch schnell zum Disliken oder Blocken der Seite. Solche Werbebuden verlieren ihre Fans schneller, als sie Gefällt-mir sagen können und hätten es doch schon viel eher anhand zurückgehender Likes und Kommentaren merken können.
Darum sollte man etwas Geschick walten lassen. Auf aktuelle Themen Bezug nehmen, kleine Gewinnspielanreize, erwähnenswerte/lustige Begebenheiten im Unternehmen selbst oder sogar ein regelmäßiger Blick hinter die Kulissen. Jemand der Walters Plüschpantoffeln mag, weiß, wo er sie kaufen kann und was es für Modelle gibt. Viel interessanter sind für ihn einzelne Fertigungsschritte oder wie im Werk eine Rolle Plüsch ausgepackt wird; nur so als Beispiel. Der Mensch hinter der Unternehmens-Marke wird immer wichtiger: Die frohe Kunde, dass Mitarbeiterin X von Schuhfirma Y gerade ihren frisch geschlüpften Lennard Rodrigez in der Firma rumzeigt, macht sympathisch und ist wertvoll für eine Kundenbindung. Zumindest wertvoller als der xte Hinweis, dass das Pömps-Modell Michelle jetzt auch in pastellrosé erhältlich ist.
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Die Welt spricht Comic Sans
Das Gespür für Schrift und deren Wirkung auf den Leser zu verstehen vermag nicht jeder. Vielmehr werden kaum Gedanken darüber verschwendet, wie die Wahl der Schriftart eine Botschaft so transportieren kann, dass bereits die Form der Buchstaben eine unbewusste Erwartung oder Emotion auslöst. So wie man dicke Lettern mit Hinweisschildern verbindet, erwartet man bei einer Kursiven einen Kommentar, ein Zitat oder denkt bei einer Serifenschrift in Versalien (Großbuchstaben) an feierliche Anlässe wie Hochzeiten oder Trauerfeiern. Magere serifenlose Schriften stehen dagegen wieder für Technik oder Fachwissen.
Aber nicht jedem ist das bewusst und so wird für einen Text zumeist der voreingestellte Schriftsatz der Textverarbeitung genutzt, der passt nicht immer, aber bedeutet keinen Beinbruch. Ein Problem wird das Ganze nur, wenn es darum geht, abseits eines Textes etwas zu gestalten. Sei es ein Plakat für ein Vereinstreffen, einen Hinweis für die Kleingartensiedlung oder die Einladung zu der Firmenfeier. Denn das begreift der Ersteller als Chance, seine Kreastivität unter Beweis zu stellen. Er klickt zielsicher eine der meistgehasstesten Schriften im Auswahlmenü an: die Comic Sans.
Dabei ist die gar nicht mal so schlecht. Ich habe sie selbst schon verwendet. Für Comics. Dort wurde sie bereits vor ihrem Siegeszug benutzt. Damals noch unter dem Namen Comic Book. In den Neunzigern portierte sie der Schriftgestalter Vincent Connare für ein Hilfsprogramm unter Windows. Dort wurde sie letztlich nicht eingesetzt und erst später im Movie Maker veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt stand der Comic Sans die Welt offen und hält sich hartnäckig.
In Großbuchstaben gesetzt, oft auch noch gebogen im Rundsatz und als Bonus mit unterschiedlich farbigen Buchstaben will sie Spaß und Party vermitteln. Dafür ist sie wie gemacht, wirkt locker, weich und nicht so starr, wie viele andere Schriften. Es war und ist eigentlich nur der inflationäre Einsatz, welcher der Schrift diesen faden Beigeschmack des Lästigen gegeben hat. Die Comic Sans sticht nicht mehr heraus, sie ist gewöhnlich geworden. Die Mühe, sich einen anderen Augenschmeichler zu suchen, macht sich kaum jemand. Das Plakat muss heute fertig werden, die Schrift nimmt jeder, als muss sie ja gut sein.
Blöd wird es nur, wenn der Typus auf Briefpapier oder seriöse Schreiben gelangt. Denn die spaßige Comic Sans passt einfach nicht zu Geschäftsschreiben, Warnschildern oder Hinweistafeln. Ein Bewerbungsgespräch besucht man ja auch nicht im Faschingskostüm. Persönliche Vorlieben und Geschmäcker sollten ihre Grenzen haben. Und auch wenn die ComicSans sich schreiend für die große Ankündigung der Firmenfeier anbietet, sollte man einfach mal schauen, was noch so für geeignete Schriften im Kasten liegen. Denn mit einer frischen unverbrauchten Schrift sticht die Einladung deutlich mehr aus der Masse heraus.
Kleiner Nachtrag:
Jeder kennt die Worte: «So schlecht, dass es schon wieder gut ist». Auch die Comic Sans bleibt davon nicht verschont und neben den vielen Hater-Seiten finden sich auch Leute, die der Debatte etwas Humor abgewinnen und strikt alles in Comic Sans transferieren.
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Update: Zwei Nummern zu groß; oder mehr – Das Seenlandfestival in der Lausitz
Seit einer Woche kennt Hoyerswerda nur noch ein Thema: das Seenlandfestival. Und wer da alles kommt! Von glitzernden Blasen geblendet, wird dem Heilsbringer der Region gefolgt. Alle sind sie aus dem Häuschen. Die richtigen Fragen stellt niemand.
So sehr ich es Hoyerswerda und dem Lausitzer Seenland wünsche, dass dieses Event ein beachtlicher Erfolg wird, kneift es mich in der Magengegend, wenn ich mir so die Naivität der Veranstalter betrachte. Ein Gelingen setzt äußerste Organisation, Disziplin und ein nahezu perfektes Zusammenspiel zwischen Team und Personal voraus. Gerade bei einer Open-Air-Veranstaltung. Das Buchen von Top-Künstlern reicht da nicht.
Gut. Catering und Technik kann man einkaufen, aber allein schon Absperrung, Sicherheit, Anfahrt und vor allen Dingen die Koordinierung aller Beteiligten fordern eine logistische Meisterleistung. So ein Festival, wie es angekündigt ist, mit deutlich mehr erwarteten Gästen und weitaus prominenteren Persönlichkeiten, als bisher in der Lausitzhalle gastierten, ist damit doch offensichtlich mehrere Nummern zu groß für die Veranstalter. Die Seenlandmesse soll parallel auch noch stattfinden? Und nebenher noch die Lausitzhalle geleitet werden? Und das Stadtfest geplant? Ich frage mich, was haben die genommen?
Erinnern wir uns mal. Die 2012er Seenlandmesse war organisatorisch keine Meisterleistung, aus Marketingsicht noch viel weniger. Anstatt aus diesen Fehlern zu lernen, wird ein übersichtlicher Platz, versorgt mit allen Medien und für Besucher wie Aussteller fix zu erreichen, gegen einen Ort ausgetauscht, an dem sich der Hase ganz alleine gute Nacht sagt. Eine für die Region wichtige Messe wird zum Anhängsel eines Großevents.
Großevents. Die will das Seenlandfestival ja alle überbieten. Es wird von einer Kapazität für 40.000 Leute gesprochen. Pro Tag! Das Melt!-Festival hatte zum Vergleich 20.000 Besucher, Sonnemondsterne 35.000. An drei Tagen zusammen; und das bei einem deutlich gigantischerem Künstler-Bouquett aber ähnlichen Ticketpreisen. Womit wir bei der Gretchenfrage wären. Man munkelt von Kosten um die zwei Millionen Euro. Das ist durchaus realistisch. Doch wer bezahlt die ganze Sause, wenn nicht so viele Gäste wie erwartet kommen? Die Lausitzhalle? Wirklich? Die Halle, die 2012 ein Defizit von über 1,7 Millionen Euro hatte? Ein guter Witz. Freuen Sie sich schonmal auf die Strompreise für 2014.
Ein Festival muss wachsen. Kein Großevent hat von heute auf morgen zehntausende Besucher. Alle haben sie klein angefangen. Sehr klein. Darum möchte ich bei der herrschenden Euphorie um einen klaren Verstand bitten. Das Seenlandfestival übersteigt von den erwarteten Gästen klar die Dimensionen der genannten Events. Dazu kommt eine kaum erprobte Veranstaltungsfläche, auf der von null auf hundert zehntausende Gäste erwartet werden. Und das veranstaltet von einem Team, dessen Kopf bereits schon einmal in einer Stadthalle arbeitete, dort “Von heute auf morgen weg war” (sic!*) und momentan per Stellenausschreibung nach Helfern und Projektleitern für ein bisher kaum beworbenes Event sucht. Vier Monate vor dem Termin. Ganz ehrlich? Da gibt es deutlich klapprigere Gäule, auf die ich setzen würde. Aber ich lasse mich gern überraschen; im besten Sinne.
* Kölner Stadtanzeiger Rhein-Sieg 5.8.2010 «Rhein-Sieg-Halle sucht neuen Chef»
Nachtrag, 5. März 2013
Ich bin überrascht. Gewaltig. So eine positive Resonanz auf meinen Artikel zum Seenlandfestival sowie jede Menge zustimmende Mails, Nachrichten und Anrufe hatte ich schon lange nicht mehr. Umso mehr freut es mich, dass die Sächsische Zeitung Hoyerswerdaer Tageblatt diesen Beitrag in den nächsten Tagen in ihrem Blatt veröffentlicht. Natürlich werde ich dafür den Text noch um einige Fakten ergänzt haben. (Habe ich getan und auch hier im Blog durch die aktuelle Version ersetzt).
Nachtrag I, 9. März 2013
Heute erschien mein Statement im Hoyerswerdaer Tageblatt Sächsische Zeitung und dazu auch ein Kommentar vom leitenden Veranstalter des Seenlandfestivals. Der Vollständigkeit wegen, möchte ich den natürlich nicht vorenthalten.
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Kulturstreicher Broschüre
Für meinen Lieblingskunden durfte ich eine Broschüre erstellen, die dieses Mal ein ganz besonderes Leckerli bot: wenig Text. Keine mit Schrift zugepropfte Handreichung, sondern ein Katalog, der sich die Zeit nimmt, seine Inhalte locker zu präsentieren und Platz zum Austoben bietet. Kufatypisch hielt ich natürlich alles in Rottönen, das war auch schon die einzige Vorgabe.
Als tragendes Element entschied ich mich für einen zerkratzten Basteltisch als halbtransparenten Hintergrund und ein rohes Stück Pappe im Header als Container für die Headline auf den Doppelseiten. Das hat für den Leser etwas Verlockendes, sich selbst in einer der Kulturstätten kreativ auszutoben. Ziel war es nämlich, diesen Wegweiser durch die Kultureinrichtungen der Stadt ansprechend für sowohl junge als auch für ältere Kinder zu gestalten. Die Pagination ist daher schlicht aber mit Struktur. Die Schrift groß und lesbar, garniert mit Freistellern, gezeichneten Icons und der geraden Schreibschrift. Dadurch wirkt alles verspielt kindlich, bleibt dennoch «cool» genug für die Älteren.
Leider waren viele der von den Kulturstreichern geschossenen Fotos qualitativ nicht verwendbar, sodass ich auf Stockfotografie ausweichen musste. Diese wirken freistehend jedoch ergänzend und werten die Optik und den Interessantheitsgrad auf. Zitate, kleine Rätselfragen und die Hervorhebungen in den Texten machen die Sache rund.
Auf der Kufa-Seite gibt es die gesamte Broschüre als PDF zum Download
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Der Betreff



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