Leporello & Co. – Layout für Falzprodukte

Die Produktion eines Falzflyers erscheint auf den ersten Blick nicht sonderlich anspruchsvoll: Layout anlegen, Segmente einteilen, Inhalte platzieren, Export und fertig. Doch bereits ein simples zweifach gefaltetes Werbemittel kann seine Tücken haben.

DIE GÄNGIGEN FALZMETHODEN
Als zwei der herkömmlichsten Falzmethoden gelten unbestreitbar der Wickelfalz und der Zick-Zack-Falz, der auch unter dem Namen Leporello bekannt ist. Beim Wickelfalz wird das Produkt um sich selbst gefalzt und sozusagen aufgewickelt. Beim Leporello wird das Papier zickzackförmig zusammengelegt, sodass das Endprodukt wie eine Ziehharmonika ausieht. Diese Methode ist oft bei Postkarten-Sammlungen zu finden.

Aufwendiger – und darum auch seltener zu finden – sind Produkte mit Fensterfalzen, bei denen das Druckprodukt sich links und rechts aufklappen läst. Das muss man sich Endprodukt in etwas so vorstellen, wie eine Doppeltür oder zwei Fensterläden.

Die komplexeren Techniken V-Falz und Kreuzfalz sind oft miteinander kombiniert eigentlich nur noch bei Landkarten oder Beipackzetteln zu finden und sollten für andere Produkte vermieden werden. Jedem, der solch einen Medikamenten-Beipackzettel wieder in seine Ursprungsform zusammenzufalten versucht hat, kann diese Entscheidung nachvollziehen.

LAYOUTTIPP: EINFACHER FALZ
Ein einfach mittig gefalteter Flyer lässt viele müde lächeln. Einfach. Leicht. Doch die Wenigsten wissen, dass so ein Flyer eigentlich nicht mittig gefaltet wird, sondern leicht um einen halben bis anderthalb Millimeter nach rechts versetzt. So steht das Titelblatt nämlich leicht über und das Endprodukt lässt sich wesentlich leichter aufblättern.

LAYOUTTIPP: ZICkZACK-FALZ
Das Gestalten eines Layouts für ein Zickzackfalz-Produkt ist noch die leichteste Arbeit. Alle einzelnen Segmente (außer dem etwas größeren weil überragenden Titelblatt) besitzen die identische Größe und der Abstand zu den Falzen sollte sich am Randabstand orientieren. Lässt man beispielsweise zum Rand des Flyers 5 Millimeter Platz, sollte man diesen Abstand auch zu den Falzen einhalten.

LAYOUTTIPP: WICKELFALZ
Der Wickelfalz erfordert schon ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Die nach innen eingefalteten Segmente des Produktes sollten nicht hochwölben. Um das zu verhindern, wird jedes Segment weniger breit angelegt, als das vorhergehende. Imgrunde genügt ein Unterschied von 1,5 Millimeter bei 240g/qm-Papier. Bei dickeren Papiersorten oder Kartons gibt man mehr dazu. Hier lohnt sich das Prüfen des Falzes anhand einer Papierprobe. Das Titelblatt ist das breiteste, da es alle anderen Blätter überragen muss. Durch diesen kleinen Überstand lässt sich auch hier das Produkt später leichter aufblättern.

Hat man diese Falzmethoden intus und weiß um deren Tücken, sind auch komplexere Faltungen kein Problem. Hinzuzufügen wäre noch, dass man sein Layout vorher ausdruckt, faltet und testet. So lassen sich grobe Fehler wie falsche Überkopf-Seiten oder Unstimmigkeiten in der Reihenfolge der Segmente leichter bestimmen. Später dient der Faltausdruck auch gleich prima als nachvollziehbares Faltbeispiel für die Druckerei.