Was ist eigentlich… Mengensatz?

Der Begriff Mengensatz hat nichts mit einer großen Menge an zu gestaltenden Layouts zu tun, sondern wird verwendet, sobald eine Gestaltungsarbeit einen größeren Textblock enthält. Die wohl bekannteste Form des Mengensatzes hat schon so ziemlich jeder in seinen Händen gehalten: ein Buch. Viele Seiten. Viel Text.

Doch was so einfach aussieht, verlangt jede Menge Vorarbeit. Denn nicht jede Schrift ist für den Mengensatz geeignet, da Schrifttypen innerhalb eines Textblocks immer anders wirken, als wenn sie frei im Layout stehen.

Für einen Roman sollte ein Schriftsatz mit Serifen einem serifenlosen (also einer Grotesk) auf jeden Fall vorgezogen werden. Der Zeilenabstand sollte luftig aber nicht zu offen wirken, Buchstaben werden nicht künstlich geschmälert, der Rand des Produktes als Weißraum genutzt und und und. Caslon, Baskerville oder Garamond stehen mit an erster Stelle für klassischen gut lesbaren Mengensatz in Buchform.

Bei Katalogen beispielsweise sieht die Sache schon ganz anders aus. Hier hat man für die umfangreichen Texte wenig Platz; es empfiehlt sich demnach eine kleine und schmale Schrift. Serifen wären hier schon wieder hinderlich, auch breit laufende Typen wären kontraproduktiv. Zudem sollte man darauf achten, dass jeder Buchstabe seine eigene Charakteristik besitzt und auch in kleinen Schriftgrößen gut voneinander unterschieden werden kann (ein rn sollte nicht aussehen wir m, ein a nicht wie ein o usw.).

Die kantige Frutiger, die Avenir oder eine schmaler Helvetica-Schnitt passen hier schon besser, Franklin Gothic und Officina (ohne Serifen) machen sich wegen leicht angedeuteter Fähnchen und An-/Abstrichen ebenso ganz gut. Ein NoGo für Mengensatz ist die Futura. Das bauchige a kann in kleinen Schriftgrößen zu schnell mit einem o verwechselt werden, gerade im katalogüblichen Tiefdruck nicht empfehlenswert.

Tipp:
Grundsätzlich empfiehlt sich immer ein Probedruck des Textlayouts (Doppelseiten) auf dem gewünschten Papier. Den auf die richtige Größe ausgeschnittenen Ausdruck, kann man auch in ein Buch oder in einen Katalog identischer Größe einkleben und so das Lesegefühl besser imitieren. Dabei fallen einem auch gleich kleinere Fehler wie zu schmale Ränder im Buchknick oder zu nahe am Anschnitt liegende Pagination auf.