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Ausstellung »Sorbisches Brauchtum in der Lausitz – Serbske tradicije we Łužicy« im Lausitz-Center Hoyerswerda eröffnet

Es ist für mich immer wieder beruhigend zu sehen, wenn ein langfristiges Projekt beendet ist und der Öffentlichkeit gezeigt werden kann. So auch die Wanderausstellung zu sorbischen Bräuchen, die ich für die Schwarzkollmer Krabatmühle layoutet habe und auch das Fotoshooting der einzelnen Bräuche übernahm.

Im Spätsommer 2022 trafen wir uns direkt in Schwarzkollm und stellten an verschiedenen Orten des sorbischen Dorfes die klassischen Bräuche nach. An einem Vierseithof wurde gezampert, das Osterwasser am Dorfteich geschöpft und die Vögel zur Vogelhochzeit direkt aus dem Fenster der Krabatmühle gefüttert.

Die Fotos schoss ich schon mit der späteren Nutzung im Auge. Einerseits sollten die Motive für sich selbst im Bildkontext sprechen, aber auch leicht freistellbar sein, um im späteren Ausstellungslayout adäquat Platz zu finden.

Die acht Tafeln folgen alle dem Stil des Blaudruckmusters, das den Hintergrund bildet. Passend hierzu wurden alle Elemente auf Textilspannrahmen gedruckt, was den Charakter des traditionellen Stoffes unterstreicht. Inhaltlich gliedern sich die einzelnen Stelen sowohl in eine generelle Vorstellung des jeweiligen Brauchs inklusive Fotos aus der Schwarzkollmer Historie als auch knappen und schnell erfassbaren Faktenhäppchen.

Alle Stelen des »Sorbisches Brauchtum in der Lausitz – Serbske tradicije we Łužicy« wurden zweisprachig produziert und um zwei Sondertafeln ergänzt, die sich mit der Schwarzkollmer Historie sowie der sorbischen Sprache und deren Verbreitungsgebiet befassen. Letztere Tafel entstand in enger Zusammenarbeit mit der Domowina. Sie enthält neben einer visuellen Aufbereitung zum Siedlungsgebiet der Sorben – das im Übrigen bis in den Leipziger Raum reichte – auch eine Verortung der unterschiedlichen regionalen Trachten von Spreewald bis Bautzen.

Die Messestadt Leipzig war das nahezu westlichste Siedlungsgebiet der Sorben vor rund 1.000 Jahren und wurde früh von der sorbischen Sprache geprägt. Der Name Leipzig entstand aus dem (alt)sorbischen Begriff Lipsk, was soviel wie Lindenort bedeutet. Auch die Stadtteile Connewitz (Konowica/Konjecy, Pferdeort) und Plagwitz (Płachtovic/Płachćicy, Sumpf mit zusammengewachsenen Wurzeln von Wasserpflanzen bedeckt) entstanden als sorbische Orte.

aus der Austellungstafel »Sorbische Sprache«


Weitere Informationen zur Ausstellung

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