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Fünf Fotoprojekte in dutzenden Bildern

Vernissage der Werkschau »Zwölf« in der Kulturfabrik Hoyerswerda

Rückblick zur Ausstellungseröffnung am 9. Juni 2026 in Hoyerswerda

Daniel Reiche Ausstellungseröffnung Kulturfabrik Hoyerswerda (Foto: Gernot Menzel)

Vor 14 Jahren, genauer 2012 zog ich aus Hoyerswerda nach Leipzig, war aber nie wirklich weg. Auch der Kulturfabrik blieb ich erhalten und so wuchs die Idee einer eigenen Ausstellung in der Braugasse 1. Anfang Juni war es nun soweit: Vernissage!

„…Es muss so um 2000 gewesen sein, da tauchte in der damaligen Zwischenbelegung ein junger Mann auf … er war unglaublich kreativ und uns fiel immer wieder etwas ein, wofür wir ihn missbrauchen konnten. Der Kontakt zu ihm ist in all der Zeit nie abgerissen. Immer wenn Daniel in Hoyerswerda ist, schaut er auch bei uns in der Kufa vorbei…“

Uwe Proksch, Kulturfabrik (Zitat in Hoyte24)

In 24 Stunden zur fertigen Ausstellungsfläche

Am Tag zuvor, 6 Uhr morgens ging es los. Alle Drucke aus dem Lager transportfähig verpacken, in den Transporter verfrachten (danke Thomas, danke Alex) und nach einem ausgiebigen Frühstück ab nach Hoyerswerda. Dort nur noch restlichen Lieferungen und Neudrucke einsammeln und in der Kulturfabrik ausladen.

Danach begann die Kuration. Soviel Fläche aber trotzdem auch soviel mehr Bilder. Am späten Nachmittag dann standen sie alle sortiert und gerahmt an ihren Plätzen: rund 50 Motive aus fünf Fotoprojekten. Schnell noch nebenbei ein Interview für die lokale Zeitung gegeben (danke an Ronald Ufer für den wunderbaren Aufmacherartikel in der Lausitzer Rundschau) und schon begann das Hängen der Drucke und Rahmen.

Mit Kufa-Inventar Uwe Proksch und Kinomeister Karsten Held maßen und hingen wir unermüdlich, bis schließlich alles passte. Selbst das Original-Geländer (danke Oli) eines entkernten Abrissblocks (der nun doch nicht abgerissen wird) fand einen guten und sicheren Platz. So gut, dass ich am nächsten Tag nur noch Kleinigkeiten zu richten hatte und mich in Ruhe um die Möbel, Deko und Getränke für die Vernissage kümmern konnte.


Von allen fünf Projekten wurden das Publikum am meisten bei »ingame» überrascht

Zur eigentlichen Werkschau und Eröffnung der Vernissage war ich ehrlich gesagt auf den Publikumsfavoriten gespannt. Die ehrlichen Aufnahmen des Ist-Zustands der Hoyerswerdaer Neustadt, die plakativen Überkopf-Aufnahmen Leipziger Gebäude oder die Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Leipziger Hauptbahnhofs? Die Prototyp-Collage von Flores Mensis hing auch prominent, genau neben der ersten Eindrücke von „ingame“.

Spoiler. Es gab keinen direkten direkten Favoriten. Vor den Hoyerswerda-Aufnahmen entspannten sich rege Diskussionen um Standort und den generellen Wandel der Stadt. Von den Hauptbahnhof-Fotos hätten einige noch mehr gesehen und auch die Überkopf-Perspektiven hatten ihre Wirkung: Reisepläne nach Leipzig wurden geschmiedet und das Vorhaben, mehr nach oben zu sehen. Bleibt die prominente Ecke im Obergeschoss. Die Collage des Blütenmeers fand seine Liebhaber und für den Wettstreit, wer findet alles Blüten der nebenstehenden Erklärtafeln auf dem Bild.

Erstauntes zweimaliges Hinsehen provozierte ich bei ingame. Die unecht echten Landschaftspanoramen wurden lange betrachtet und nach dem Lesen der Beschreibung nochmal genauso lange. Viele realisierten anfangs nicht, dass diese Panoramen aus Videospiellandschaften stammen.

Die meisten aktuellen Computerspiele bieten Fotomodi an, mit denen das Spielgeschehen jedoch nur limitiert abgebildete kann. Rein technisch lässt sich so ein Bewegtbilderlebnis nicht einfach auf einem Screenshot abbilden. Der Wow-Effekt fehlt einfach. Bei »ingame« bin ich also von einer anderen Seite an diese Fotografie herangegangen.

Was ich seit Jahren bei Fotoeinsätzen liebend gern praktiziere: Eine Szenerie mit einem geringeren Fotowinkel in 12 bis 40 Einzelbildern zu fotografieren, um darauf schließlich ein großes zusammenhängende Panorama zusammenzusetzen. Das funktioniert hier genaus gut, auch wenn oft einige Hürden zu nehmen sind. Wie zum Beispiel die Retusche spielmechanischer Einblendungen, die Korrektur fallender Lichter und Schatten bei dynamischen Tag/Nacht-Wechsel, vorbeiziehende Wolken oder krumme Perspektiven.

Danke an Gernot Menzel für die fotografische Begleitung des Abends.


Fragen zur Fotoausstellung

Wie lange ist die Fotoausstellung zu sehen?
Die Ausstellung »Zwölf – Eine Werkschau von Daniel Reiche« eröffnet am 9. Juni 2026, 19:00 Uhr mit einer Vernissage und kann danach bis Mitte Juli regelmäßig zu den Öffnungszeiten der Kulturfabrik besucht werden.

Wo ist die Ausstellung der Werke in Hoyerswerda zu sehen?
Meine Ausstellung ist täglich zu den Öffnungszeiten der Kulturfabrik in der Braugasse 1 in Hoyerswerda im Eingangsbereich und Obergeschoss zu sehen. Am besten vor einem Kinobesuch. 😉

Welche Bilder sind in der Ausstellung zu sehen?
Die Fotoausstellung zeigt eine Auswahl meiner bisherigen Arbeiten der letzten zwölf Jahre als Fotograf. Dazu gehören die bisherigen Projekte »Leipzig über Kopf«, »Flores Mensis«, »Station Looks« sowie die neuen Fotoprojekte »Musterblock (Hoyerswerda/Leipzig-Grünau)« und »ingame«.


Weitere Infos

Kulturfabrik Hoyerswerda Webseite
Aufmacherbeitrag Lausitzer Rundschau
Vorabbeitrag Hoyte24
Vernissagerezension Hoyte24
ausgewählte Originaldrucke & Einzelstücke in meinem Shop


Eindrücke der Ausstellungseröffnung am 9. Juni 2026