Was ist eigentlich eine aktive/integrierte Auszeichnung und eine Spitzmarke?

Eine Hervorhebung innerhalb des Fließtextes wird mit Auszeichnen tituliert. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Varianten:  Während eine aktive Auszeichnung dem Betrachter bereits während des Lesens „von Weitem“ ins Auge fällt, bleibt eine integrierte Auszeichnung dezent. Das bedeutet, sie wird erst wahrgenommen, wenn man das Wort erfasst.

Jetzt besitzt im typografischen Bereich nahezu jede Kleinigkeit eine eigene Bezeichnung. Außer die (von mir oft, auch in diesem Blog) eingesetzte Lesehilfe, dass die erste Wortgruppe oder die ersten drei Worte eines Absatzes hervorgehoben sind. Diese Art des Typo-Stils als aktive oder integrierte Auszeichnung zu betiteln wäre ungenau; und «Eine aktive Auszeichnung am Beginn des Absatzes» ist alles andere als kurz. Wie nun aber benennen?

Einen Ausweg bietet der Begriff Spitzmarke, den man guten Gewissens verwenden kann, auch wenn es nicht ganz passt. Die Bezeichnung hat ihren Ursprung in den Redaktionen von Tages- und Wochenzeitungen und benennt eine Art Überschrift, die direkt vor den Fließtext gesetzt wird. Allerdings ohne Punkt und vom Text nur getrennt mit einem Geviert (ein Weißraum, der genauso breit, wie die gewählte Schrift hoch ist). Bei Meldungen wird damit in der Regel der Ort des Geschehens hervorgehoben.