Wie verarbeite ich einen gelieferten Text richtig?

Erhält man einen vom Kunden verfassten Text für ein Layout, reicht es nicht, die Buchstabensuppe mittels Copy&Paste in die Textbox des Gestaltungsprogramms zu gießen. Vielmehr greift eine Abfolge teils automatisierter, teils händisch einzufügender Korrekturen, die den Text in seiner Lesbarkeit stärken.

1. Ominöse Steuerzeichen löschen
Erste Handhabe sollte die sein, den Text in ein Textprogramm zu laden und in unformatierten Text umzuwandeln oder abzusichern. Das killt schonmal alle unnötigen Steuerzeichen und offenbart übrigens auch so manchen von Wikipedia abstammenden Text, da die Hyperlinks vom Verfasser oft unwissentlich mitkopiert werden. Der reine Text verzeiht keine Fehler und macht falsch eingegebene Sonderzeichen ebenso sichtbar wie anderen Basteleien im Text. Die Grundlage zum Feinschliff ist geschaffen.

2. Doppelte Leerzeichen
Während des Schreibens passiert es vielen, dass sie die Leertaste versehentlich mehrfach betätigen. Im Textprogramm ist das nicht immer sichtbar, im eingegossenen Layout (beispielsweise Blocksatz) schon. Darum gilt als erste Handhabe, die doppelten Leerzeichen via Suchen&Ersetzen auszumerzen.

3. Von Hand eingegebene Trennungen und Zeilenumbrüche
Gerade ältere Textlieferanten, die mit einer Schreibmaschine groß geworden sind, pflegen die Herangehensweise, nach jedem Zeilenende die Return-Taste zu betätigen. Passt ein Wort nicht auf die Zeile, trennen sie es auch noch. Mit händisch eingegebenem Trennstrich. Auch hier muss man erstmal Suchen&Ersetzen bemühen.

4. Leerzeichen statt Tab
Beinhaltet der Text kurze Auflistungen, benutzen Unkundige vehement die Leertaste, um mit vielen kleinen Einzelschritten die einzelnen Zeilen auf die selbe Höhe zu bringen. Hier genügt es allerdings, die Doppelte-Leerzeichen-Suche mehrfach anzuwenden. Den eventuellen Tab muss man dann von Hand eingeben.

5. Falsche Textzeichen
Ob falsche Apostrophe (richtig:’), Gedankenstriche (richtig:–) oder Anführungszeichen. Hier hilft auch wieder Suchen&Ersetzen, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Den Text dennoch einmal durchzugehen, kann nicht schaden. Den fälschlich als Gedankenstrich verwendeten kurzen Trennstrich sucht man übrigens nur mittels voran- und nachgestellter Leerzeichen ( – ), da ansonsten auch korrekte Trennstriche in Wortkopplungen ersetzt werden würden.

6. Abkürzungen tilgen
Solange der Text für kein Wissenschaftliches Werk oder Lexikon bestimmt ist, fährt man gut damit, die ganzen z.B., d.h., ca., usw. auszuschreiben. Dem Wortschatz sind hier keine Grenzen gesetzt. Aus ca. kann schnell ein zirka, rund oder ungefähr werden. Metrische Angaben oder Abkürzungen wie Mio., Mrd. nicht vergessen.

7. Geschützte Leerzeichen
Zwischen Datumsangaben oder notwendigen Abkürzungen werden keine Wortzwischenräume/Leerzeichen eingetippt, sondern Festwerte, wie beispielsweise geschützte Leerzeichen. In Layoutprogrammen kann man solche prozentualen Abstände selbst zuweisen und mittels Tastaturkürzel eingeben. Der Vorteil: die Abstände im Blocksatz bleiben zwischen diesen Passagen stets identisch und werden zudem bei Zeilenumbrüchen nicht auseinandergerissen.

Hat man einen zugelieferten Text nach diesen Aspekten durchgearbeitet, hat man eine gesunde Grundlage für ein Layout wie aus einem Guss. Die vorab investierte Zeit ist dabei schnell wieder rausgeholt.