Warum Kontodaten und Steuernummer nicht auf der Web-Seite auftauchen sollten

Für gemeinnützige Vereine, Organisationen oder Web-Seiten ist der Gedanke verlockend, seine Kontodaten für Spenden online verfügbar zu machen. Dass so etwas nach hinten losgehen kann, zeigt ein aktueller Fall eines von mir betreuten Kunden, der in gutem Glauben seine Spendenkontoverbindung auf der Webseite angab.

Eine ganze Weile ging es gut, bis die Kontoverbindung von einem Dritten für eine Online-Bestellung bei einem Versandunternehmen missbraucht wurde. Als Rechnungsadresse gab der Gauner die meines Kunden an; als Lieferanschrift diente ein temporärer Briefkasten. Der Schaden hielt sich mit rund einhundert Euro zwar noch in Grenzen, muss aber vom betroffenen Unternehmen wohl als Lehrgeld verbucht werden. Trotz kooperativer Hilfe des Versandhändlers bleibt nur eine Strafanzeige ohne große Erfolgsaussichten.

Als zweiter Fauxpas entpuppt sich eine im Impressum einer Web-Seite veröffentlichte Steuernummer. Laut Telemediengesetz sind Unternehmen zwar verpflichtet, ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (oder Wirtschafts-Identifikationsnnumer) im Impressum anzugeben. Besitzt ein Unternehmen jedoch keine dieser Nummern, muss auch nichts dergleichen im Impressum veröffentlicht werden. Auch nicht die reguläre Steuernnummer. Imgrunde hält sich der Missbrauch zwar in Grenzen, mit einer kleinen Recherche erfährt man jedoch schnell das zuständige Finanzamt und kann mit dieser individuellen Nummer durchaus an sensible Daten des Unternehmens gelangen.

Darum jetzt lieber mal die Minute Zeit nehmen und prüfen, ob die eigene Kontoverbindung oder Steuernummer im Impressum des eigenen Unternehmens aufgeführt sind. Und falls ja: sofort löschen.