Mac als Mediacenter und UPnP-Server mit Plex

Ein MacMini eignet sich nicht nur wegen seiner kompakten Maße und geringen Geräuschentwicklung als Wohnzimmer-Medien-Zentrale. Der Stromverbrauch ist zudem lächerlich niedrig und dank genügend Power, spielen auch ältere Modelle locker Full-HD-Material. Neben Apples simplen Front Row, glänzt seit Jahren die Medienzentrale Plex als MustHave der Wohnzimmer-Macs.

Bereits in früheren Versionen begeistert das aus XMBC entwickelte Programm mit zahlreichen Features. Allerdings eher für Bastler und Frickler, denn für optimale Ergbnisse musste innerhalb XML-Dateien gewerkelt und auf korrekte Bezeichnung der Mediadaten geachtet werden.

Spätestens mit Version 0.9 wurde Plex alltagstauglich und macht das Einpflegen der Inhalte über den Browser zu einer simplen Angelegenheit. Die Software gibt es in zwei separaten Teilen: Zum einen ist da der Media-Server, der Filme, Musik und Fotos sortiert und im heimischen Netzwerk verfügbar macht. Zum anderen das Media-Center, die Benutzeroberfläche und der Player für die Medien.

Der Plex Media Server wird über ein Web-Benutzeroberfläche verwaltet. Gewünschte Daten auf der Festplatte oder heimischen NAS (das mittels eines PlugIns mit der Software kommuniziert) werden gescannt und in die Mediathek aufgenommen. Die nötigen Cover, Hintergrunde und Beschreibungen zieht sich Plex aus dem Netz. Welche Seiten da benutzt werden, kann man nach Belieben einstellen. Auch die iTunes-Bibliothek und Fotos können eingebunden werden.

Ab sofort sind die Medieninhalte im heimischen Netzwerk verfügbar. Via UPnP findet sie hier jeder Mediaserver, der sich innerhalb des WLAN oder LAN befindet. Das können andere Macs sein, aber auch Android-Devices, Samsung- und LG-TV-Geräte, Google TV oder eine Playstation 3. Plex bedient sie ohne zu Murren und auch mehrere gleichzeitig mit unterschiedlichen Medien.

Das ideale Media-Center kommt natürlich von Plex selbst. Bereits nach dem Öffnen des Programms kann man auf die Mediendaten zugreifen. Vorher sollte man sich aber in den Systemeinstellungen umsehen, denn hier kann man die Audio- und Bildausgabe seinem Equipment anpassen. Auch aktuelle Formate wie DTS-HD mit 7.1 sind ohne weiteres möglich. Bedienen lässt sich Plex mit Bluetooth-Fernbedienungen, Tastatur, Maus, PlexApps für das Smartphone aber auch mit der kleinen Apple-Fernbedienung.

Seinen Trumpf spielt Plex dann mit seinen Skins aus. Das sind Vorlagen, mit denen man das Aussehen des Players seinen Bedürfnissen und Vorlieben anpassen kann. Die werkseitigen sind nämlich nicht die hübschesten. Am weitesten ausgebaut sind hier Plex Aeon, Woody oder Retro. Die funktionieren uneingeschränkt fehlerlos, bringen einen amtlichen Wow-Effekt mit, zehren aber auch mehr an der Rechnerleistung. Damit man diese Skins nicht händisch in die Ordner schieben und updaten muss, haben kluge Leute das Helferchen Preen gebastelt. Es verknaupelt sich mit Plex und stellt via Klick die gewünschten Themen bereit.

Ein kleiner Pferdefuß stellen die DRM-geschützten iTunes-Titel dar. Während es mit Musik noch funktioniert, sind über iTunes gekaufte Filme oder TV-Serien tabu. Plex kann sie zwar anzeigen, aber nicht abspielen. Wer viele iTunes-Filmmaterial hat, sollte sich lieber mit Apple-TV anfreunden. Mittels Firmware-Hack kann man da auch Plex installieren.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt: Plex ist bis auf Android- und iOS-App kostenfrei und auch für Windows und Linux erhältlich- Hier knabbert es aber ordentlich an den Hardware-Ressourcen. Der verwendete Mini-PC sollte also nicht zu schwachbrüstig sein.

Plex Media Server
Plex Media Center
Preen